|   Sehenswürdigeiten

Eine Oase der Ruhe ist der Punta de N’Amer. Was kaum zu glauben ist, erzählt man den Gästen, dass gleich nebenan die Touristenorte Sa Coma und Cala Millor liegen, die in der Hauptsaison für unzählige Mallorca-Besucher Anziehungspunkt für Strandtage und Bummeltage und am Abend Feier-Tage sind. Aber es ist so: Der Punta de N’Amer ist eine Halbinsel im Inselosten, umfasst rund 200 Hektar Grund. Und die Aussicht auf das azurblaue Meer und die Felsen ist einfach atemberaubend.



Im Hochsommer, wenn es in den Touristengebieten voll wird, kommen gerne die Einheimischen hierher, um einen Spaziergang zu machen. In Sa Coma ist die Zufahrt mit dem Auto gleich an der Pferderanch ausgeschildert. Von dort sind es nur wenige Minuten über einen zum Teil holperigen Schotterweg bis zur Parkmöglichkeit etwas unterhalb des kleinen Schlosses. Obwohl: Als Schloss kann man das Steingebäude, das stolz auf die Küste blickt, eher nicht bezeichnen. Es handelt sich um einen Wachturm, der, wie so viele andere, an der Küste der Insel erbaut wurde, um sie vor den zahlreichen Angriffen der Piraten zu schützen.



Der Wachturm von Punta de N’Amer ist ein besonderer, was seine Architektur betrifft, denn er ist der einzige quadratische inselweit.  Erbaut wurde er 1693 bis 1696 auf der höchsten Stelle der Halbinsel und befindet sich damit 35 Meter über dem Meersspiegel. Ideen, an dieser Stelle einen Wehrturm zu bauen, gab es schon früher, doch die Gemeinde Manacor hatte kein Geld. Ausschlaggebend für die Errichtung war 1688 die Festnahme des Kapitäns von Muro sowie einiger Fischer durch die Piraten. Die Gemeinde beschloss: Ein Beobachtungsturm muss her. Das Bauwerk wurde mit dem Marésstein errichtet, der ein typisches Baumaterial der Insel ist und direkt in Punta de N’Amer abgebaut wurde. Wer zu Fuß gehen möchte, kann das Auto in Sa Coma an einer der Seitenstraßen mit den vielen Hotels stehen lassen und 20 Minuten Natur pur zu Fuß genießen. Alternativ steigen viele Reiterfreunde auf das Pferd der nahe gelegenen Ranch, die sich unweit des Strandes von Sa Coma befindet.Hier in der Nähe befindet sich auch eine gemütliche Ferienwohnung in Sa Coma, von der es nur wenige Minuten bis zum Ausflugspunkt ist.



Belohnt werden Autofahrt, Fußmarsch oder Ausritt allemal, denn bei gutem Wetter schaut man vom Wachturm auf der linken Seite bis Costa de los Pinos und auf der rechten Seite bis Portocolom. Nicht zu vergessen der Blick auf das Meer. Zum Wachturm geht es über eine kleine Brücke, unter der sich ein Graben befindet. Der Eintritt ist kostenlos. Wer mag, schlängelt sich die schmale Steintreppe hinauf auf das „Dach“ des Turms.



Dass die Oase der Ruhe eines Tages einmal mit Hotels, Ferienwohnungen oder mehr Gastronomie zugebaut wird, ist unmöglich. Intentionen gab es in der Vergangenheit ohne Ende, aber die Balearenregierung erklärte 1985 die Halbinsel zum „Bereich zum sogenannten „Naturgebiet mit besonderem Interesse“. Ergo: bauen verboten.  So steht auch die Küste unter Schutz, was am Neptungras liegt, der so genannten Posidonia. Wer mit dem Boot kommt, darf in unmittelbarer Nähe der Felsen auf keinen Fall vor Anker gehen. Auch nicht jeder Quadratmeter darf betreten werden: Die geschützten Bereiche sind mit einem Zaun aus Kordeln abgetrennt.

Back